Amplitudenverteilung

Häufigkeitsverteilung der ALDIS Amplituden negativer Blitze (2010 - 2012)

Blitzstromamplituden sind, wie auch zahlreiche andere Naturphänomene, annähernd log-normal verteilt. D. h. die Häufigkeitsverteilung der Amplituden entspricht einer Normalverteilung, wenn die Amplitudenwerte auf der x-Achse mit logarithmischer Skalierung dargestellt werden. Wird die Summenhäufigkeit einer log-normal verteilten Kenngröße in einem sogenannten Wahrscheinlichkeitsnetz eingetragen, wird die Verteilungskurve zu einer Geraden.

Summenhäufigkeit negativer Blitze dargestellt im Wahrscheinlichkeitsnetz


Auch die von ALDIS ermittelten Amplituden von Blitzströmen sind log-normal verteilt mit einem Median von ca. 10 kA, wie die annähernd geradlinige Verlauf in der Darstellung im Wahrscheinlichkeitsnetz bestätigt.  Der 50%-Wert (Median) von 10 kA bei negativen Blitzen bedeutet, dass ca. die Hälfte aller von ALDIS georteten negativen Blitze eine Amplitude von mehr als 10 kA hatte.

Häufigkeitsverteilung der ALDIS Amplituden positiver Blitze (2010 - 2012


Ein sehr ähnliches Bild ergibt sich für die positiven Blitze. Da bei Videostudien gezeigt wurde, dass ein Teil der Wolke-Wolke-Blitze fälschlicherweise als positive Wolke-Erde-Blitze mit kleinen Amplituden registriert wird, werden bei ALDIS alle positiven Blitze mit Amplituden kleiner als 5 kA als Wolke-Wolke-Entladung klassifiziert.

 

 

 

Summenhäufigkeit positiver Blitze dargestellt im Wahrscheinlichkeitsnetz

Auch die Amplituden der positiven Blitze entsprechen annähernd einer log-normal Verteilung.

Die Amplituden von positiven und negativen Blitzen und von Erst- und Folgeblitzen unterscheiden sich in den ALDIS Daten nur geringfügig.  Die Daten der Blitzortung liefern einen annähernd gleichen Medianwert von ca. 10 kA für positive und negative Blitze. Es bestehen deutliche Abweichungen zwischen den Daten der Blitzortung und Ergebnissen von Turmmessungen in den 60er und 70er Jahren am Monte San Salvatore (Schweiz), wo für positive Blitze ein Median von 35 kA und für negative Erstblitze ein Median von 30 kA bestimmt wurde

Die Gründe für diese Diskrepanz sind bis heute nicht geklärt und ein aktuelles Thema der internationalen Blitzforschung.

Negative Blitze mit Amplituden größer als 100 kA werden kaum registriert, wohingegen immer wieder einzelne extrem starke positive Blitze mit Amplituden von  200 kA bis 300 kA und mehr geortet werden.

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