Wie viele Menschen werden vom Blitz getötet oder verletzt?

In Österreich werden im langjährigen Durchschnitt 2 - 3 Menschen pro Jahr vom Blitz getötet. Vor einigen Jahrzehnten war diese Zahl noch deutlich höher. Ein wesentlicher Grund dafür sind die Veränderungen der Arbeitsabläufe in der Landwirtschaft. Waren früher während der Sommerzeit in der Landwirtschaft viele Menschen praktisch ungeschützt auf den Feldern tätig, wird diese Arbeit heute von deutlich weniger Personen meist mit Traktoren oder anderen Landmaschinen erledigt. Haben diese Landmaschinen, wie heute üblich, ein entsprechendes metallenes Schutzdach, so bieten diese ähnlich einem Auto einen guten Schutz der Person bei Gewitter.

Tödlich enden ca. ein Drittel bis die Hälfte der Blitzunfälle. Die Überlebenschancen sind natürlich von den Blitzeigenschaften (starker oder schwacher Blitz), dem Stromweg über den Körper und der Dauer bis zum Eintreffen der Ersten Hilfe abhängig.

Der Trend zu vermehrten „Outdoor”-Freizeitaktivitäten der modernen Gesellschaft birgt die Gefahr, dass es damit wieder zu einer Zunahme der Blitzunfälle kommt. So soll z. B. Golf in den USA die Sportart mit den meisten Todesopfern sein, wobei die überwiegende Mehrheit der tödlich verunglückten Spieler vom Blitz getroffen wurde.

Das Sekundenzählen zwischen Blitz und Donner zur Bestimmung der Entfernung

Der Donner breitet sich als Schallwellen mit einer Geschwindigkeit von 330 Meter pro Sekunde aus. Im Vergleich dazu hat Licht eine Geschwindigkeit von 300.000 km/s. Schlägt zum Beispiel ein Blitz in 5 km Entfernung ein, erreicht das Licht praktisch ohne merkbare Verzögerung (genau nach 0,000017 Sekunden) den Beobachter. Der vergleichsweise langsame Donner trifft erst mit ca. 15 Sekunden Verspätung beim 5 km entfernten Beobachter ein.

Daraus wird die bekannte Zählregel abgeleitet:
Zähle die Sekunden, die zwischen dem Lichtblitz und dem Donner vergehen. Dividiere diese Zahl durch 3 und das Ergebnis entspricht ungefähr der Entfernung des Blitzes in Kilometer.

Weil die Druckwelle der einzelnen Teile des Blitzkanals mit unterschiedlichen Zeitverzögerungen beim Betrachter ankommen, entsteht das typische, in die Länge gezogene Donnergrollen. Trifft z. B. die bodennahe Druckwelle eines 660 Meter entfernten Blitzes genau nach 2 Sekunden bei einem Beobachter ein, braucht die Druckwelle, die von einem Segment desselben Blitzkanals in 2 km Höhe ausgeht, bereits mehr als 6 Sekunden bis zum Beobachter.

Ein weiterer Grund für das vielfältige Erscheinungsbild des Donners sind die mehr oder weniger vorhandenen Verästelungen des Blitzkanals und die verschiedenen Richtungsänderungen des Kanals. In allen Segmenten entsteht die Druckwelle praktisch gleichzeitig, der Weg bis zum Beobachter und damit die Laufzeit der Druckwelle kann aber sehr unterschiedlich sein.

Wie funktioniert eine Blitzschutzanlage?

Der Blitz stellt einen Stromfluss zwischen Wolke und Erde dar. Schlägt der Blitz z. B. in ein Hausdach ein, so fließt der Strom das letzte Stück vom Dach des Hauses zur Erde über das Gebäude, wobei dazu natürlich elektrisch leitende Einbauten wie Wasser- und Heizungsrohre oder die Elektroinstallation bevorzugt herangezogen werden. Auf seinem Weg vom Dach zur Erde richtet der Blitz entsprechende Schäden an — Elektroleitungen werden aus der Wand gerissen und im schlimmsten Fall wird das Haus in Brand gesetzt.

Eine Blitzschutzanlage besteht aus Fangleitungen am Dach, die mit so genannten Ableitungen mit der Erdung verbunden sind. Der Blitz trifft dann die Fangleitung am Dach und der große Blitzstrom wird über die Ableitungen direkt in die Erde geleitet ohne dabei Schaden am Haus anzurichten. Eine Blitzschutzanlage verhindert also nicht den Blitzeinschlag in ein Haus, sondern diese bietet dem Blitz einen vorgegebenen Weg zur Erde an.

Eine solche „äußere” Blitzschutzanlage verhindert nicht, dass bei einem direkten Einschlag Schäden an empfindlichen Elektrogeräten auftreten. Zum Schutz der elektrischen Geräte müssen zusätzlich entsprechende Überspannungsableiter eingebaut werden.

Warum soll man sich bei Gewitter mit geschlossenen Beinen hinhocken?

Wird man im Freien von einem Gewitter überrascht und hat keine Möglichkeit, rechtzeitig einen geschützten Bereich (z. B. Haus, Auto) aufzusuchen, gilt es grundsätzlich, zwei Gefahren zu reduzieren:

  1. Hinhocken, damit man nicht über die umgebenden Objekte im Umkreis von einigen zehn Metern hinausragt. Ein Leitblitz, der sich von der Wolke kommend dem Boden nähert, schlägt bevorzugt in das höchste Objekt ein.
  2. Sollte der Blitz in unmittelbarer Umgebung einschlagen, breitet sich der Strom in der Erde in alle Richtungen aus. Die Verteilung des Stromes hängt sehr von der lokalen Bodenleitfähigkeit und natürlich auch von der Stromstärke des Blitzes selbst ab. Durch den Stromfluss im Boden tritt ein so genannter Spannungstrichter auf. Steht man zufällig mit beiden Beinen so, dass man unterschiedliche Spannungen am Boden abgreift, fließt ein Teil des Blitzstromes über die Füsse bzw. den Körper (siehe Abbildung). Durch diesen Stromfluss kann es zu schlagartigen, unkontrollierten Muskelkontraktionen kommen, die dazu führen, dass betroffene Personen weggeschleudert werden.
Je enger die Füsse zusammen am Boden stehen, desto geringer ist die Gefahr, dass gefährliche „Schrittspannungen” abgegriffen werden.