| Amplitudenverteilung
Die größten Amplituden für positive und negative
Blitze wurden im Jahr 1992 detektiert. Der Grund dafür
ist die reduzierte Performance des Netzwerkes im ersten Betriebsjahr,
verursacht durch mehrere Sensorausfälle. Mit wenigen,
weit auseinander liegenden Sensoren ist immer noch möglich,
Blitze mit großen Amplituden zu orten - schwache Blitze
hingegen (Blitze mit kleine Amplituden) können nur mit
einem Ortungsnetz hoher Sensordichte geortet werden. Diese
großen mittleren Amplituden zeigen deutlich den Einfluss
der Netzwerk-Performance auf die Amplitudenstatistik eines
Blitzortungssystems.
Den Blitzstromverteilungen 1996 (negative / positive)
liegen Daten eines Ortungssystems zugrunde welches ausschließlich
aus IMPACT Sensoren bestand. Diese Verteilungen zeigen, dass
positive Blitze im Durchschnitt deutlich höhere Amplituden
aufweisen, als negative Blitze. Negative Blitze mit Amplituden
größer als 100 kA werden kaum registriert. Dagegen
werden immer wieder einzelne positive Blitze mit Maximalwerten
von über 200 kA geortet. Ein 50%-Wert von 13 kA bei negativen
Blitzen bedeutet, dass die Hälfte aller georteten negativen
Blitze eine Amplitude von mehr als 13 kA hatte. Nur 2% aller
negativen Blitze hatte eine Amplitude größer als
57 kA, wie der 98%-Wert zeigt.
Ein Vergleich der Blitzstromverteilungen negativer Blitze mit jener von positiven Blitzen der Jahre 1998-2001
zeigt, dass in den Jahren 1998 bis 2001 - im Gegensatz zu
den vorangegangenen Jahren - die Medianwerte für positive
und negative Blitze praktisch identisch sind. Ursache dafür
ist der 1998 erfolgte Zusammenschluss des ALDIS Netzwerkes
mit dem deutschen und dem slowenischen Ortungssystem. Im deutschen
und im slowenischen Netzwerk wurden in den letzten Jahren
Sensoren verwendet, die nur begrenzt zwischen Wolke-Wolke
und Wolke-Erde Blitzen unterscheiden können. Durch diese
Sensoren wurde ein kleiner Teil der Wolke-Wolke Blitze fälschlicherweise
als positive Wolke-Erde Blitze registriert. Da Wolke-Wolke
Blitze typischerweise eine deutlich geringere Amplitude als
Wolke-Erde Blitze aufweisen, wird die gemessene Blitzstromverteilung
der positiven Blitze zu kleineren Werten hin verschoben.
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